Geldanlagen und der ökologische Fußabdruck

Zum Leben auf dieser Erde verbraucht jeder Mensch Energie. Die Höhe ist jedoch weltweit sehr unterschiedlich. Jeder Deutsche verbraucht ungefähr 10-mal so viel Energie wie ein Mensch in Bangladesch. Aber auch in Deutschland hängt der individuelle Verbrauch von Energie sehr vom Verhalten ab. Grundlage des so genannten ökologischen Fußabdrucks ist der Verbrauch von Energie, der durch den Konsum von Lebensmitteln, der Art der Mobilit ät und dem Wohnverhalten errechnet wird.

Mittlerweile gibt es viele CO2-Rechner im Internet, die diesen persönlichen Ausstoß berechnen. Der erste dieser Art wurde vor etwa 15 Jahren von dem Münchner Netzwerk Global Challenges Network e.V. (GCN) rund um Prof. Hans Peter Dürr in Zusammenarbeit mit Greenpeace e.V. entwickelt. GCN hat nun diesen CO2 Fragebogen überarbeitet und weiterentwickelt.

Ganz neu wurde dabei der Bereich Geldanlagen aufgenommen. Denn auch die Art und Weise der Geldanlage beeinflusst die Wirtschaft und damit die Treibhausgase erheblich. In Zusammenarbeit mit projekt21plus wurde erstmals diese Klimabelastung einzelner Investments in Energieverbrauch und Kohlendioxidausstoß umgerechnet. Grundlage der Berechnungen ist das weltweite Wirtschaftswachstum in Verbindung mit den dadurch produzierten CO2-Äquivalenten in Abhängigkeit zu den internationalen Geldinstrumenten.

Geld, das von Anlegern konventionell in Aktienfonds, Versicherungen, Banksparpläne oder sonstigen Kapitalanlagen investiert wird, erhöht die persönliche Klimabelastung. Geldanlagen, die nach ethisch-ökologischen Kriterien konzipiert sind, senken den individuellen CO2-Ausstoß. Besonders effektiv sind dabei Investitionen, die direkt in ethisch-ökologische Projekte fließen. So kann die Investition in ein Solardach oder einen Windkraftfonds sogar die persönliche Energiebilanz klimaneutral werden lassen.

Die Investition in erneuerbare Energien gleicht somit den Verbrauch durch Ernährung , Mobilität und Wohnen wieder aus. Aber auch die Anlage in regional sehr wirksame Projekte wie Mikrokredite bringt dem weltweiten Energieausstoß eine deutliche Entlastung.

Gute Aussichten also für ein klimaneutrales Leben hier und jetzt? Nein, denn eins darf dabei nicht vergessen werden: Die Herstellung und der Verbrauch von Energie stellt immer ein Eingriff in die Natur dar. An einem energie-aufmerksamen Leben führt diese Gegenrechnung also trotzdem nicht vorbei.

 



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